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Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald

Aktuelles

Das „Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald" ist ein Kooperationsprojekt der Integrierten Ländlichen Entwicklung ILE nord23 mit BayernNetzNatur. Projektträger sind die acht Gemeinden, unterstützt von der Kreisfachberatung für Obst- und Gartenkultur, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Landschaftspflegeverband des Landkreises Straubing-Bogen sowie den Obst- und Gartenbauvereinen und dem Naturpark Bayerischer Wald.
Das Projekt wird gefördert von der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Niederbayern aus Mitteln des Freistaates Bayern (Bayer. Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit) und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern aus Mitteln des Bayer. Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.


Bald wieder Apfelsammlungen des Netzwerks Streuobst

Im Netzwerk wird die Vermarktung gefördert

Schön anzuschauen war die herrliche weiß-rosa Blütenbracht im Frühjahr an den Obstbäumen und jetzt ist heuer überall zu sehen: unter der Last der Früchte ächzende und sich biegende Äste an den Apfelbäumen. „Nachdem die Äpfel heuer eher reif sind, ist es bald an der Zeit, dass auch das „Netzwerk Streuobst Bayer. Vorwald" mit seiner Sammelaktion in Aktion tritt", so Netzwerksprecher Bürgermeister Rudi Seidenader. Er misst zusammen mit seinen sieben Bürgermeisterkollegen der Netzwerkgemeinden dem Streuobstbestand landschaftsprägende und ökologisch wertvolle Bedeutung bei.

 

Seit 2011 gibt es, entsprungen aus den ILE-nord23 Gemeinden, das „Netzwerk Streuobst Bayer. Vorwald". Gegründet von den Kommunen Ascha, Neukirchen und Falkenfels, ist die Zahl der Netzwerkgemeinden mittlerweile auf acht angestiegen. Perasdorf, Rattiszell, Sankt Englmar, Steinach und Wiesenfelden kamen hinzu. Neukirchen wurde wegen seiner vielen Obstbäume in den 60iger Jahren auch als das „Obstbaumparadies" bezeichnet. So liegt es auch an der Hand, dass die Federführung von der Gemeinde Neukirchen mit Bürgermeister Rudi Seidenader als Netzwerksprecher übernommen wurde. Er führt aus: „Mit unserem Gemeinschaftsprojekt „Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald" setzen sich die Gemeinden dafür ein, dass die wertvollen Streuobstwiesen auch weiterhin Bestand haben. Der Erhalt der für die Region so landschaftsprägenden und ökologisch wertvollen Streuobstbestände ist unser gemeinsames Ziel".


Es werden nicht nur Neupflanzungen und Erstpflegeschnitt gefördert, sondern auch die Obstvermarktung, lässt Seidenader wissen und bemerkt:
„Die Früchte sind heuer aufgrund des sonnigen Wetters bereits deutlich früher reif als sonst und überstehen die Hitze in manchen Obstanbaugebieten sicher nicht unbeschadet. Darum müssen wir uns sputen die Sammlungen zu organisieren. Die sechs Sammeltermine wurden daher in der letzten Steuergruppensitzung der Netzwerkpartnerbereits abgestimmt und werden vom 22. September bis 20. Oktober in Neukirchen, Wiesenfelden, Falkenfels und Rattiszell sein", so das Neukirchener Gemeindeoberhaupt.

 

Flüssiges Gold aus Äpfeln

Die Bäume tragen so viele Früchte, wie selten zuvor, die Äste biegen sich aufgrund der Last teilweise bis zum Boden, einige sind auch abgebrochen.

Allerdings aufgrund der großen Hitze sind die Äpfel heuer teilweise etwas kleiner als sonst und teilweise auch wurmbefallen, konstatiert Bürgermeister Rudi Seidenader und betont fortfahrend: „Das Netzwerk Streuobst hat es sich insbesondere auch zum Ziel gesetzt, die Apfelverwertung durch die betriebenen Sammelstellen anzubieten hin zum „flüssigen Gold" mit dem Apfelsaft der patentrechtlich geschützten Eigenmarke „Vorwald-Apfelsaft – ganz nah am Ursprung".


Man unterscheidet zwischen guten und schlechten Apfeljahren und heuer wird es eine ausgesprochen gute Ernte. In seinem Abschlussbericht der Projektphase 2014 bis 2017 listet das Büro landimpuls GmbH, Regenstauf, mit dem eine sehr gute Projektzusammenarbeit erfolgt, wie auch mit dem Büro MKS, Ascha, folgende Sammelmengen auf: 2011 = 40.000 kg, 2012 = 112.000 kg, 2013 = 7.000 kg, 2014 = 34.000 kg, 2015= 8.500 kg, 2016 = 31.000 kg und 2017 = 2.200 kg. Pauschal gesagt: Einem ertragreichen Jahr folgt dann ein geringerer Ernteertrag. Hier bewährt sich die Partnerschaft des Netzwerks Streuobst mit der Kelterei Nagler ganz besonders.


Kelterei Nagler bewährter Partner
Müsste man die Apfelmengen jeweils eigenständig über das Projekt vermarkten, würden diese starken Schwankungen nicht zu bewältigen sein. In der Kelterei kann die Übermenge in der Gesamterfassung ausgeglichen werden. Es werden in der Regel nicht mehr als 2.000 bis 5.000 Liter Vorwald-Apfelsaft hergestellt und auf den Markt gebracht, was einer benötigten Apfelmenge zwischen 3.000 kg und 8.000 kg entspricht.


Verkaufspartner des Vorwald-Apfelsaftes sind für die limitierte Produktionsmenge die Gastronomie Reiterhof Schober, und Berghotel Maibrunn sowie die EDEKA-Märkte Bugl (Sankt Englmar), Schroll (Neukirchen), Stadler-Honner (2x Straubing, Mitterfels), Moder (Furth) und Haselbeck (Kirchroth).
Aber auch andere Produkte gibt es unter der Vorwald-Marke zwischenzeitlich:, Honig, Apfelschaumwein und Sonnengold-Honigwein. Hierfür obliegt jedoch die Vermarktung dem Erzeuger selbst. Der im vergangenen Jahr erstmals erzeugte Streuobstler wird über den Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine vertrieben.


Streuobstwiesen sind ein Paradies für Tiere
Die alten Streuobstwiesen erleben, nicht nur aus Ertragserwägungen heraus, eine Renaissance und steigende Wertschätzung. Bundesweit umfasst deren Bestand nach Schätzungen des Naturschutzbundes rund 400. 000. Hektar. Man hat erkannt, wie ungemein wertvoll diese Biotope sind. Streuobstwiesen sind ein einzigartiger Naturlebensraum für vielfältige Tierarten, die sich hier wohl fühlen und ihr Auskommen finden, vom Käfer, Hummeln und Bienen bis hin zu vielen Vögeln.
Über die Naturschutzprogramme kann auch heuer wieder die Neupflanzung von Streuobstbäumen, ein Erstpflegeschnitt bei überalterten Bäumen, aber auch die Biotopvernetzung z.B. durch Pflanzung von Feldhecken mit bis zu 85 Prozent der Kosten gefördert werden, informiert Bürgermeister Seidenader. Er zeigt sich auch zuversichtlich, dass heuer der eintausendste Obstbaum neu gepflanzt werden kann im Zuge des Netzwerkprojektes. Die Information der Landwirte über die gebotenen Möglichkeiten einer ökologischen Landbewirtschaftung im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms ist ebenfalls Schwerpunkt der Beratungen.


Neue Zielsetzungen formuliert
Mit Auslauf der aktuellen Projektphase steht nun allerdings eine Neuorientierung bevor. Während der Leistungsbereich A (Naturschutz) weitergeführt werden kann, ist der Leistungsbereich B (Vermarktung) in der bisherigen Weise nicht möglich. Gleichwohl stehen aber auch hier große Aufgaben bevor mit der Fortführung der Sammelaktionen, Stabilisierung bestehender und Aufbau weiterer Vorwald-Produkte, Fortführung von Aktionen wie Streuobstwochen in der Gastronomie, Themenwege, touristische Entwicklung, neue Wertschöpfungseffekte und Einiges mehr. Dazu hat das eingeschaltete Büro landimpuls auch ein neues Rahmenkonzept mit dem Titel „Kultur.Landschaft.Kulinarik" aufgrund der attraktiven Kulturlandschaft mit innovativen Ansätzen zur touristischen Positionierung der ILE nord23-Region im Benehmen mit den Trägergemeinden und Behörden erarbeitet. Der Projektantrag liegt dem Amt für Ländliche Entwicklung zur Prüfung vor. Die 23 in der kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Integrierte Ländliche Entwicklung" (ILE) nord23 zusammengeschlossenen Gemeinden fungieren als Projektträger. Nach Bewilligung der beantragten staatlichen Zuwendungen sollen noch in diesem Jahr erste Maßnahmen konkret umgesetzt werden.

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