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Aktuelles

Informationsabend mit dem Schwerpunkt „Leerstände“

Am Donnerstag, 23. Mai 2019 hatten sich über 100 Bürgerinnen und Bürger im Gasthaus Hiebl eingefunden, um sich über die laufenden Bestrebungen der Gemeinde insbesondere in der Dorfmitte die dortigen Gebäudeleerstände wieder mit Leben und Nutzungen zu erfüllen, zu informieren.

 

Alle Haushalte der Gemeinde sind mittels einer Fragebogenaktion aufgefordert worden, sich aktiv an der Entwicklung ihrer Gemeinde zu beteiligen. Wie Bürgermeister Rudi Seidenader feststellte, seien der bisherige Rücklauf von rund 10 % der Fragebögen, ein von einem Bürger substantiiert eingebrachter Folgenutzungsvorschlag für das Gasthaus Laschinger und der gute Besuch der Veranstaltung ein Indiz dafür, dass die Bürger für ihre Dorfentwicklung sensibiliert sind und sie mitwirken und Ideen einbringen wollen. Wie er weiter ausführte, gelte es die möglichen Fördermittel über die vom Freistaat aufgelegte Förderinitiative „Innen statt Außen" in Kombination mit der Einleitung einer einfachen Dorferneuerung von bis zu 80 % der förderfähigen Kosten für Grunderwerb und bauliche Umnutzungsmaßnahmen zur Leerstandbekämpfung, zum Aufbau einer Nahversorgung oder von Seniorenbetreuungseinrichtungen zu nutzen und die Maßnahmen dadurch für die Gemeinde finanzierbar zu machen. Auch Fördergelder für den sozialen Wohnungsbau könnten die etwaige Umsetzung entsprechender Wohnkonzepte in Leerstandsgebäuden möglich machen. Auf Antrag der Gemeinde hat die Regierung von Niederbayern und das Amt für Ländliche Entwicklung, Landau, die entsprechenden vorzeitigen Maßnahmenbeginne erteilt, so dass die Gemeinde das ehemalige Gasthaus Laschinger erwerben habe können, so der Bürgermeister.

 

Der Büroinhaber der seitens der Gemeinde mit der Dorfentwicklungsplanung beauftragten Architekturschmiede Oswald aus Kirchdorf im Wald, Dipl.Ing. Georg Oswald, erläuterte, dass neben dem Bereich der Hauptstraße und Kirchgasse im Ortszentrum, für den die Gemeinde auch eine Vorkaufssatzung erlassen habe, auch die weitere, größeren Siedlungsbereiche hinsichtlich ihrer Nutzungsstrukturen und der ggf. bestehenden Leerstandsproblematiken untersucht würden. Seitens des Architekturbüros wurden erfolgreich umgesetzte Referenzobjekte aufgezeigt und dort verwirklichte Folgenutzungsmöglichkeiten erläutert. In Bezug auf das Laschinger-Areal sei es förderrechtlich und in Hinblick auf die hohen Abbruchkosten nicht sinnvoll das Hauptgebäude abzureißen, sondern neue, am örtlichen und öffentlichen Bedarf ausgerichteten Nutzungen auszuloten, während für die vorhandene Lagerhalle, der frühere Tanzsaal, grundsätzlich ein Abriss und ein Neubau für Zwecknutzungen in Betracht gezogen werden könne. Mit Blick auf die lange Liste der Ortsvereine, seien Teilnutzungen für Vereine ebenso denkbar, wie die Erstellung eines Wirtshaus- und Dorfladenkonzepts. Ein Dorfladen müsse erfahrungsgemäß unbedingt aus der Bürgerschaft aktiv, beispielsweise mittels deren finanziellen Beteiligung durch Geschäftsanteile, mitgetragen werden, um später auch wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden zu können. Weiter informierte Oswald, dass es aus dem Förderprogramm auch, zwar durch Höchstgrenzen gedeckelte, Zuschüsse mit Fördersätzen bis zu 35 % für Privatmaßnahmen im Dorferneuerungsbereich, wie z.B. für Vorgärten-, Hofzufahrten-, oder Fassadenneugestaltungen an Wohnhäusern beantragt werden können. Überdies können bis zu fünf Stunden Bauberatung durch sein Architekturbüro von interessierten Eigentümern in Anspruch genommen werden.

 

In der Bürgerdiskussions- und Fragerunde kristallisierte sich heraus, dass für eine Folgenutzung für das ehem. Laschinger-Wirthaus der Aufbau einer Nahversorgung für die Grundbedüfnisse des täglichen Lebens das Hauptziel sein müsse. Nutzungsmöglichkeiten wurden auch für die Einrichtung einer Tagespflegeeinrichtung oder Tagesbegegnungsstätte gesehen. Die Einrichtung einer Senioren-Wohngemeinschaft im Obergeschoss des Gebäudes, wurde ebenso vorgebracht wie die Möglichkeit der Planung eines Veranstaltungsraums für Vereine als Ergänzung zur benachbarten Mehrzweckhalle. Synergieeffekte im Hinblick auf die anstehende Generalsanierung der Grundschule und notwendige Angebote für die Betreuung der Grundschüler sollten geprüft werden. Aus der Versammlung wurde auch der Einsatz eines Bürgerbusses oder die Nutzung der Schulbusse angeregt, um Senioren und Personen ohne Führerschein zum Einkaufen in Nachbargemeinden oder zu Arztbesuchen fahren zu können, ebenso der Ausbau des bestehenden Beliefererungssystems durch eine örtlichen Bäcker für den Lebensmittel-Grundbedarf. Nach der Auswertung der noch erwarteten Fragebögen-Rückläufe ist es nunmehr Ziel der Gemeinde tragfähige, machbare und insbesondere finanzierbare Nutzungskonzepte bis zum Herbst diesen Jahres für das „Laschinger Anwesen" und dessen Umfeld zu erarbeiten. Die Bürger sind aufgefordert weiterhin ihre Wünsche und Vorstellungen einzubringen oder aber auch in einer zu bildenden Arbeitsgruppe aktiv mitzuwirken.

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