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Eröffnung Naturlehrpfad mit Apfelfest des OGV

Am Sonntag, den 23. September fand im Kreisobstlehrgarten Neukirchen die Eröffnung und Einweihung des Naturlehrpfades „Die Obstwiese lebt" bei bestem Wetter und äußerst zahlreichen Besuchern statt. Passend dazu veranstaltet der Obst-und Gartenbauverein Neukirchen ein Apfelfest mit einem bunten Rahmenprogramm. Der neue Lehrpfad dient der nachhaltigen Umweltbildung und bildet ein Leuchtturmprojekt zur Förderung der Obstkultur in der Region.


In seinem Grußwort stellte Bürgermeister Rudi Seidenader die Entwicklung des Kreisobstlehrgartens und des Lehrpfades kurz vor. So ist es durch die fachliche Mitwirkung des Naturparkes Bayerischer Wald, der Naturschutzbehörden und der Kreisfachberater für Landschaftspflege sowie der tatkräftigen Mithilfe des Imkervereins Steinburg-Neukirchen, des Obst- und Gartenbauvereins Neukirchen, des gemeindlichen Bauhofes und des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege gelungen, den neuen Lehrpfad zu konzipieren und fertigzustellen. Der Kreisobstlehrgarten Neukirchen wurde in den Jahren 1988 bis 1995 errichtet und mit einem Lehrbienenstand ergänzt. Hier finden die Besucher eine reich strukturierte Streuobstwiese, Hecken und Raine, eine Vielzahl an Obstbäumen und Sträuchern sowie umfangreiche Informationen und Bildungsangebote. Mit Beginn des Projekts Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald bekam der Kreisobstlehrgarten überregionale Bedeutung im Bereich der Umweltbildung. Ehrenamtliche Streuobstwiesenführer, Kräuterpädagoginnen, Imker, Kreisfachberater und Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine vermitteln hier ihr Wissen.

 

Im Namen des Landkreises Straubing-Bogen dankte Kreisrätin Maria Birkeneder den ehrenamtlichen Helfern für ihren jahrelangen Einsatz. Der Landkreis fördert seit 30 Jahren den Ausbau und den Erhalt des Kreisobstlehrgartens Neukirchen, welcher auch als Refugium für seltene Obstsorten dient. Dieses Projekt wurde ursprünglich von den Kreisfachberatern angestoßen und wird von ihnen seither in enger Zusammenarbeit mit dem Kreisverband und seiner 51 Gartenbauvereinen, dem Arbeitskreis Pomologie, dem OGV Neukirchen und der Gemeinde Neukirchen betreut. Dabei wurden tausende an Arbeitsstunden von ehrenamtlichen Helfern erbracht. Ebenso dankte sie dem Naturpark Bayerischer Wald, welcher bei Projektierung und Umsetzung maßgeblich war.

 

Aus Sicht der Naturschutzbehörden gab Frau Margot Shimokawa von der Regierung von Niederbayern einen Blick auf die Bedeutung von Streuobstwiesen. Ohne Bienen und Hummeln werden unsere Obstbäume nicht bestäubt, es gäbe kein Obst. Umgekehrt brauchen die Bienen und Hummeln auch Streuobstwiesen als Nahrungs- und Lebensraum. Seit den 60er Jahren hat sich die Zahl der Streuobstbäume in Bayern jedoch um 70 Prozent verringert. Von damals 20 Millionen Stück sind nur noch 6 Millionen übrig. Mit der Zerstörung der Streuobstwiesen geht neben dem kulturhistorischen Wert die biologische und genetische Vielfalt der Obstsorten sowie auch ein kostbarer Lebensraum für Pflanzen und Tiere verloren. Mit Reden oder einer Unterschrift bei einem Volksbegehren allein ist es aber nicht getan. Es muss gehandelt werden und hier vor Ort wird gehandelt, so Frau Shimokawa.

 

Weiterhin ging Heinrich Schmidt, erster Vorsitzender des Naturparks Bayerischer Wald, bei seinem Grußwort auf Beiträge zum Insekten- und Klimaschutz ein, für welche sich jeder Grundstücksbesitzer Anregungen im Kreisobstlehrgarten holen kann.

 

Der Projektbetreuer Matthias Rohrbacher und die Kreisfachberater Hans Niedernhuber und Harald Götz führten anschließend durch den Lehrpfad, welchen abschließend Pater Simeon einweihte. Dieser Pfad stellt die Geschichte des Obstanbaus in der Region dar, bietet Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt, Bienen und Imkerei, Obstsorten, Obstverwertung und vieles mehr.

 

Der Obst- und Gartenbauverein bot ein buntes Rahmenprogramm für Groß und Klein, welches großen Zuspruch fand. Auch durch die tatkräftige Mithilfe der Kindergruppe „Die kleinen Obstler" konnte der starke Besucheransturm bestens versorgt werden. Neben einer Ausstellung zu den heimischen Apfel- und Birnensorten bestand für Kinder die Möglichkeit, das Saftpressen tatkräftig zu unterstützen oder bei der Apfelwurm-Streuobstrallye mehr zu erfahren und Preise zu gewinnen. Diese spielerischen Rätselfragen sind feste Bestandteile des neuen Lehrpfades und können von Schulklassen und Jugendgruppen selbstständig genutzt werden. Ferner stellte der Imkerverein Steinburg-Neukirchen das neu gestaltete Wildbienenhotel sowie den Lehrbienenstand vor. Insgesamt wird dadurch das pädagogische Angebot des Kreisobstlehrgartens weit über die Landkreisgrenzen hinaus seines Gleichen suchen und kann damit die alte Obstbautradition dieser Region, mit den dafür perfekt geeigneten Böden, aufgreifen.

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