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Abschlussfest des Kunstsymposiums in Neukirchen

Renate Haimerl-Brosch hatte ihr diesjähriges Kunstsymposium unter das Motto „Unterwegs sein - was uns bewegt, Mobilität - räumlich sozial virtuell geistig" gestellt und dazu sieben Künstler in ihr Atelierhaus nach Neukirchen eingeladen. Zehn Tag lang arbeiten sich Maler, Zeichner, Bildhauer, Aktions- und Konzeptionskünstler aus ganz Deutschland an dem Thema ab und präsentierten ihre Werke der Öffentlichkeit.


Keiner der sieben Künstler des Symposiums hat sein bisheriges Leben mit der Kunst bestreiten können. Carl Olaf Klein aus Brennberg hat diese Tatsache aufgegriffen und auf die Terrassentür eine Liste mit Tätigkeiten und Jobs genagelt, mit welchen die Teilnehmer bislang ihren Lebensunterhalt bestritten haben. Vom Kellner über die Messe-Hostess, den Flohmarktverkäufer, Therapeuten bis zum klassischen Postboten und zur Schürzennäherin fand sich hier eine schillernde Sammlung beruflicher Stationen. Kleins wunderbar zynischer Kommentar auf die gesellschaftliche Relevanz des Symposiums-Themas ist eine frische Grabstelle im Garten des Anwesens. Beerdigt liegt hier „Schneller", eine Lebenszeit raubende Einstellung, welche heute nahezu alle Lebenswelten durchzieht. Sei es von den Börsennachrichten bis hin zum Kauf von Klamotten, welche, ohne getragen worden zu sein, gleich wieder entsorgt werden. Die während dieser zehn Tage entstandenen Arbeiten wurden nun öffentlich vorgestellt und besprochen. Tony Koblers Karikaturen und Porträtzeichnungen von Neukirchnern fanden sich fein säuberlich ausgeschnitten im üppig tragenden Apfelbaum wieder. Die übrig gebliebenen Negativsilhouetten flatterten gegenüber in einem anderen Baum im Wind, „Anwesend – Abwesend" betitelt.

 

Den Weg zum Apfelbaum flankierten Holzbildwerke des Eisenachers Bildhauers Hardy Raub. In plastischen Formen hat er darin eigene Vorstellungen des Heimatbegriffs in Figuren umgesetzt. Diese Gruppe an Arbeiten erregte bei den zahlreichen Besuchern lebhaftes Interesse. Eine Resonanz, die mit der Umgebung des Bayerischen Waldes zu tun hat, in welcher der Umgang mit Holz immer eine wichtige Rolle im Leben der Menschen gespielt hat. Etwas verhaltener fielen die Reaktionen auf die Arbeiten von Veronika Schneider aus. Die im Landkreis Regensburg aufgewachsene Dresdenerin hat mit Erde, Beton, Draht und weiteren Materialien teils rätselhaft erscheinende Werke erschaffen, mit welchen sie Grenzen auslotet und schwer ausdeutbare innere Prozesse wie Trauer und Umbruch ästhetisiert.

 

Ganz anders die fantasievollen Arbeiten von Katharina Claudia Dobner, die sich wie die Pointe eines guten Witzes oft schlagartig und schnell erschließen lassen. Mit einem Berg von gesammelten Schuhen, Sandalen und Schlappen hat die Sünchingerin boshafte, zärtliche, witzige und gesellschaftskritische Kommentare auf die Welt losgelassen. Mit Spänen gefüllte und beschuhte Strumpfhosen laufen in der alten Post, einem leerstehenden Gebäude bei der Kirche, im Gänsemarsch. Damit weckt sie Assoziationen zu gleichgeschalteten Fernsehballetttänzerinnen ebenso wie zu sich dahin schleppende „Moorsoldaten". Wörtlich genommen haben die Malerin Ute Haas und Giovanna Salabé das Thema. Während Haas zu Fuß aus Landshut gekommen ist, ist Salabé mit dem Fahrrad aus Berlin her gefahren. In einem dokumentarisch-künstlerischen Beitrag befragte sie Neukirchener: „Woher kommst du?". Daraus ist das Video „Großeltern, Eltern und ich" entstanden. Unter www.atelier-punkt.de finden sich zahlreiche Eindrücke zum vergangenen Neukirchner Kunstsymposium.

 

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