search
Aktuelles

Die Ehrengäste vor dem Gedenkstein

Abschluss der Flurbereinigung Obermühlbach gefeiert

Endlich geschafft: Obermühlbach hat nach 30 Jahren das Ende der Flurbereinigung gefeiert. Die Flurbereinigung Obermühlbach mit Dorferneuerung werde als eines der längsten Verfahren in die Geschichte des Amts für ländliche Entwicklung Niederbayern eingehen, erklärte Neukirchens Bürgermeister Rudi Seidenader.

 

Vor der kleinen Kapelle am Dorfplatz hielt Pater Simeon zum Abschluss eine ganz persönliche Messe für das Dorf. Die Plätze reichten bei Weitem nicht aus, so viele wollten an diesem Abend mit dabei sein. Alles passte zum Ende der Flurbereinigung: Obermühlbacher lasen selbst gestaltete Fürbitten vor und der Festspielchor Neukirchen hatte sogar extra ein Lied geschrieben: „30 Johr hots dauert, doch jetzt hammas gschafft, vui Leut ham beitrong mit eanara Kraft." Vor allem die gegründete Teilnehmergemeinschaft hat sich seit Beginn der Maßnahmen gemeinsam für das Dorf starkgemacht. Auch der christliche Glaube sei auf Gemeinschaft ausgelegt, sagte Pater Simeon: „Das Miteinander ist überall wichtig."

 

Ein Stein hinter der Kapelle soll nun an die Flurbereinigung erinnern. Der zweite Bürgermeister Hans Liebl hatte sich gewünscht, dass man den Stein vor der Segnung noch verhüllt. Ministrant Quirin packte ihn anschließend wie ein Geschenk lachend wieder aus – ein ganz besonderer Moment für die Obermühlbacher. In einem Zelt feierte man den Abschluss nach dem Gottesdienst mit Musik, eingebunden in ein Herbstfest der Dorfgemeinschaft. Gekommen waren unter anderem stellvertretender Landrat Franz-Xaver Stierstorfer, Altbürgermeister Heinrich Lobmeier, Roland Spiller, Leiter des Amts für ländliche Entwicklung, und Johann Edenhofer, Abteilung Bau sowie Robert Liebl, Bauleiter vom Verband für ländliche Entwicklung, und Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Armin Winner sowie sein Stellvertreter Franz Ertl.

 

Rudi Seidenader blickte auf die vergangenen drei Jahrzehnte zurück. „Alle Straßen und Brücken wurden in einen den technischen Anforderungen genügenden Ausbauzustand gebracht." Aufgrund der finanziellen Unterstützung des Freistaats, der Gemeinde Neukirchen und der Teilnehmergemeinschaft habe deren Finanzierung gesichert und die notwendigen Grundstücke bereitgestellt werden können. Eine besondere Herausforderung stellte die Hochwasserfreilegung wegen der äußerst beengten Verhältnisse dar. Der Bau von Regenrückhaltebecken schützt vor Starkregen. Im Zuge der Dorferneuerung entstanden zudem zum Beispiel die kleine Kapelle, ein Bolz- und Spielplatz und somit ein Dorfmittelpunkt. „Die Obermühlbacher wollten selbst bestimmen, wie sich ihr Dorf entwickeln soll. Ihr könnt stolz sein auf das Geschaffene und vor allem auf die lebendige Dorfgemeinschaft", sagte Seidenader. Er fand anerkennende Worte vor allem für die Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft mit dem langjährigen Vorsitzenden Josef Laschinger und seinem Wegbegleiter Max Mühlbauer, die beide 30 Jahre im Vorstand aktiv waren.

 

„Ein Lied gab's noch nie"-  Extra ein Lied zum Ende einer Flurbereinigung habe man im Amt für ländliche Entwicklung noch nie bekommen, sagte Leiter Roland Spiller schmunzelnd. Er zeigte sich erfreut über das Ende und die gelungenen Maßnahmen: „Obermühlbach setzt nun offiziell den Schlusspunkt." Er dankte der Gemeinde, der Teilnehmergemeinschaft und den Grundstückseigentümern für die reibungslose Zusammenarbeit. Auch Armin Winner vom Amt für ländliche Entwicklung und Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft schloss sich ihm an: „Es war nicht immer einfach. Aber wenn wir das Geschaffene betrachten, haben wir dazu beigetragen, vieles zu verbessern." Draußen vor dem Zelt erinnerten alte Bilder, wie es in Obermühlbach vor der Flurbereinigung aussah.

top